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Pädagogisches Konzept

Auszug aus dem PÄDAGOGISCHEN KONZEPT der August-Hermann-Francke-Schulen in Lippe in der Trägerschaft des Christlichen Schulvereins Lippe e.V.


Einleitung

Der Christliche Schulverein Lippe e. V. unterhält evangelische Schulen in freier Trägerschaft, weil er sich einem doppelten Auftrag verpflichtet sieht:

  • Unsere Schulen sollen als evangelische Bekenntnisschulen eine Erziehungskonzeption verwirklichen, die auf einem tragfähigen geistlichen Fundament steht, nämlich Jesus Christus und der Bibel.

  • Die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler sollen eine solide Ausbildung und ein sicheres Fundament für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit erhalten.

  • Die geistlichen Grundlagen unseres Schulwerkes sind in der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz von 1972 treffend zusammengefasst.


Evangelische Bekenntnisschulen in freier Trägerschaft

Der Wunsch vieler Eltern, dass ihre Kinder auch in der Schule nach christlichen Maßstäben erzogen werden, führte 1988 zur Gründung der ersten freien Bekenntnisschule in Lippe, der August–Hermann–Francke–Grundschule in Lemgo. In den folgenden Jahren kamen vier weitere Schulen dazu. Das Recht auf Errichtung privater Schulen wird im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in Art 7 Abs. 4 gewährleistet. Wie alle "Ersatzschulen" erfüllen auch unsere Schulen folgende Bedingungen:

  • Wir stehen unter staatlicher Schulaufsicht.

  • Unsere Lehrerinnen und Lehrer müssen dieselben Qualifikationen aufweisen wie an öffentlichen Schulen.

  • Die Abschlüsse unserer Schülerinnen und Schüler sind denen an öffentlichen Schulen gleichgestellt.

  • Wir unterrichten weitgehend nach den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW.

Unsere Schulen sind offen für Schülerinnen  und Schüler aller Bekenntnisse, sofern die Eltern damit einverstanden sind, dass ihre Kinder nach unserem Konzept unterrichtet und erzogen werden.


Geistliche Grundlagen und pädagogische Ziele

Wir sehen unseren Auftrag darin, die Schülerinnen und Schüler im Sinne der Bibel und in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Verfassung des Landes NRW (Art 7 Abs. 1) zu erziehen: "Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung."

Die Bibel hat für uns als das Wort Gottes höchste Autorität und ist damit der Maßstab für unseren Glauben, unser Denken und unser Handeln. Deshalb sind auch tägliche Morgenandachten in den Kollegien und in den Klassen feste Bestandteile unseres Schullebens. Als Schulgemeinschaft feiern wir regelmäßig Schulgottesdienste. Die biblischen Aussagen über den Menschen sind Grundlage unseres Menschenbildes und unserer Pädagogik: Der Mensch ist von Gott als Beziehungswesen geschaffen, das sich von der Sünde hat von Gott trennen lassen. Die Wiederherstellung dieser Beziehung zu Gott ist durch Jesus Christus möglich. Unserer Überzeugung nach ist die Gestaltung der Beziehung zwischen Menschen und Gott von zentraler Bedeutung. Das beinhaltet und beeinflusst auch die Beziehung des Menschen zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und zur Schöpfung. Hierin finden wir grundlegende Richtziele für eine biblisch fundierte Erziehungskonzeption, die wir in unseren Schulen verwirklichen wollen.


Didaktische Schwerpunkte


Auswahl der Unterrichtsinhalte

Als christliche Ersatzschulen richten wir die Bildung und Erziehung unserer Schülerinnen und Schüler weitgehend nach den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW aus, nehmen aber auch unsere Freiheit wahr, die Unterrichtsinhalte nach christlichen Wertmaßstäben auszuwählen und zu gestalten. In Bekenntnisschulen in NRW sind gemäß Art. 12 der Landesverfassung die Richtlinien und Lehrpläne so anzuwenden, dass die Grundsätze des betreffenden Bekenntnisses in Unterricht und Erziehung sowie bei der Gestaltung des Schullebens insgesamt zur Geltung kommen. Durch die unterrichtliche Arbeit und das Schulleben befähigen und erziehen wir die Schülerinnen und Schüler zur Selbstständigkeit und Mündigkeit. Sie erkennen ihre Verantwortung, die sie vor Gott, vor den Mitmenschen und vor der Schöpfung haben. August Hermann Francke (pietistischer Theologe und Pädagoge, 1663-1727) nennt dies die Erziehung zur „christlichen Klugheit“, die den Menschen zum bestmöglichen Dienst am Mitmenschen befähigen soll.


Fordern und Fördern

Jede Schülerin und jeder Schüler besitzt Gaben, Anlagen und Persönlichkeitsmerkmale, die individuell große Unterschiede aufweisen. Sensibles Wahrnehmen und Eingehen auf die Gesamtpersönlichkeit der Schülerin bzw. des Schülers entspricht dem christlichen Anspruch unserer Schulen. Der Unterricht an unseren Schulen will die unterschiedlichen Potentiale der Schülerinnen und Schülern herausfordern und fördern. Die musisch-künstlerischen, sportlichen und technischen Begabungen werden ebenso wertgeschätzt und gefördert wie die Begabungen zu theoretischem Lernen. Leistungsstärkere und leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler arbeiten im Klassenunterricht zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Dabei wird ihre Sozialkompetenz gefördert, gleichzeitig aber auch ihr Lernfortschritt. Für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler bieten wir zusätzliche Fördermöglichkeiten an.


Lernen und Leistung

Wir verwenden den Leistungsbegriff positiv, indem wir Lernen und Leistung als Entfaltung von individuellen Gaben verstehen. Daher wollen wir die Schülerinnen und Schüler ermutigen, ihre Gaben in Verantwortung vor Gott, sich selbst und ihren Mitmenschen einzusetzen und zu entfalten. Damit wollen wir den Heranwachsenden Freude am Lernen vermitteln und auf diese Weise eine Leistungskultur pflegen. Auf der anderen Seite wollen wir den Schülerinnen und Schülern auch helfen, Grenzen, die sie nicht überschreiten können, anzunehmen, ohne dabei ihr Selbstwertgefühl zu verlieren.


Sozialkompetenz

Ausgehend von dem Gebot der Nächstenliebe ist es uns besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung für ihre Mitmenschen zu übernehmen. Schulisches Lernen zielt deshalb auch auf den Erwerb von Sozialkompetenz. Im Umgang miteinander legen wir Wert auf gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme. Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Engagement und die Fähigkeit zur Kommunikation sind wertvolle Kompetenzen in allen Bereichen des Lebens. Die unterrichtliche Arbeit und das Zusammenleben innerhalb der Schule (z. B. in der Klassengemeinschaft) sind wichtige Felder, auf denen solche Sozialkompetenzen eingefordert und gefördert werden.


Lehrer und Eltern


Lehrer als Vorbild

Die Schule beeinflusst die Entwicklung der heranwachsenden Kinder über mehrere Jahre. Besonders im jüngeren Alter ist diese Entwicklung wesentlich geprägt durch bewusstes oder unbewusstes Nachahmen der Vorbilder in Elternhaus und Schule. Als Lehrer an unseren Schulen sind wir uns dieser großen Verantwortung bewusst und gleichermaßen bestrebt, diese Entwicklung positiv im Sinne der Zielsetzung unserer Schulen zu gestalten.


Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

Unseren Erziehungs- und Bildungsauftrag können und wollen wir nur in enger Zusammenarbeit mit den Eltern erfüllen. Das setzt voraus, dass die Eltern die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Schulen unterstützen und die christliche Prägung unserer Schulen mittragen. Wir brauchen eine Vertrauens- und Gesprächsbasis, auf der eine gemeinsame Erziehung zum Wohle des Kindes gelingt. Wir erwarten von den Eltern ein reges und dauerndes Interesse an der Entwicklung ihrer Kinder in der Schule. Dies äußert sich unter anderem in einer aktiven Mitwirkung bei schulischen Veranstaltungen wie Elternabenden, Elternsprechtagen, Schul- und Klassenfesten, aber auch in der Gesprächsbereitschaft und Zusammenarbeit bei Konflikten und Problemen. Dies gilt ebenso für Schülerinnen und Schüler unserer Schulen.

Sie können das gesamte pädagogisches Konzept herunterladen.